Mozart oder Einstein für das Baby im Mutterleib?
Hier ein Interview von Welt Online mit dem Psychologen Ludwig Janus
Die Welt: Sie sprechen in Ihren Büchern von der "Urheimat Mutterleib". Was meinen Sie damit?
Ludwig Janus: Früher hat man gedacht, der Mensch sei vor der Geburt einfach nur ein biologisches Wesen. Dann kommt die Geburt und plötzlich ist ein kleiner Stammhalter da. Das stimmt einfach nicht. Die Babys werden schon vorher von der Mutter geprägt. Sie verbringen die erste Phase ihres Daseins im Leib der Mutter, sie hängen an der Nabelschnur, entwickeln sich im Medium der mütterlichen Gefühle.
Die Welt: Was das Kind im Mutterleib denkt und lernt, hat lange Zeit niemanden interessiert. Warum eigentlich nicht?
Janus: Bis in die 1970er Jahre hinein galt es als esoterisch, sich solchen Themen zu widmen. Etwas später kam es dann in Mode, sich mit der Geburt zu beschäftigen, mit vorgeburtlichem Stress und den Belastungen der Entbindung für das Kind. Erst in den 90er Jahren entdeckten Neonatologen, wie wichtig es für die Babys ist, eine emotionale Nähe zur Mutter aufzubauen. Damals führten sie ein, dass Kinder auf den Entbindungsstationen bei den Eltern bleiben dürfen, sie nannten das "Rooming-In". Seit nicht allzu langer Zeit gibt es die Pränatale Psychologie, die immer mehr an Bedeutung gewinnt und eben erstmals in den Vordergrund stellt, welche Erfahrungen das Kind im Mutterleib macht.
Die Welt: Wenn die Zeit im Mutterleib so wichtig ist, dann ist es doch sinnvoll, die Kinder auch schon in dieser Zeit zu unterrichten und gezielt zu fördern.
Janus: Das kommt ganz drauf an, was die Mutter macht. Es bringt nichts, das Kind zu bespaßen, ihm nur Musik vorzuspielen. Aber jede Mutter sollte sich mit dem Kind beschäftigen, eine emotionale Bindung aufbauen. Das ist fürs Kind wichtiger als Mozart hören.
Die Welt: Warum?
Janus: Entscheidend ist doch, eine Reife als Eltern zu erlangen, also sich auf das Mutter- und Vaterleben vorzubereiten. Viele sind sich vor der Geburt gar nicht bewusst, wie sie als Mutter sein möchten, was ihnen für das Kind wichtig ist.
Quelle
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Mit herzlicher Verbundenheit aus Heidelberg und ein hoffentlich sonniges Wochenende
Deine
Brigitta Thurmaier
Nina Hagen zu Abtreibung gezwungen
In ihrer gerade erschienenen Autobiografie erzählt Nina Hagen, wie ihre Mutter sie zur Abtreibung zwang. Leider müssen auch unsere Beraterinnen immer wieder erleben, wie Frauen von ihrem Umfeld massiv unter Druck gesetzt werden und erpresst werden, ihr Baby abzutreiben. Diese Schwangeren sehen oft keine Alternative zur Abtreibung. Unsere Beraterinnen versuchen ihnen zu helfen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihnen in Extremfällen eine Unterbringung an einem sicheren Ort zu ermöglichen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie Schwangere für ihre Babys kämpfen!
Hier der gekürzte Artikel:
Die Berliner Sängerin, die in der DDR aufwuchs, hat ihre Autobiografie "Bekenntnisse" herausgebracht. Darin enthüllt die schrille Diva auch so manches schockierende Detail aus ihrem Leben.
So beschreibt sie, wie ihre Mutter, die Schauspielerin und Schriftstellerin Eva-Maria Hagen (76), sie dazu überredete, ihr Baby nicht zu bekommen. „Heimlich und tief entwürdigend, im polnischen Jelenia Góra, wo der Abtreibungsarzt mich auch noch sexuell belästigte“, beschreibt sie die furchterregende Szenerie. „Ich habe mich mit Händen und Füßen gegen diese Abtreibung gewehrt! Ich habe meine Mutter angebettelt, "es" behalten zu dürfen. Die Erwachsenen taten alles, um mich zur Abtreibung zu überreden. Ich war danach zu Tode gedemütigt und tief erschüttert.“
Quelle:
„Meine Ängste vor Noahs Geburt waren unberechtigt“
Wie es ist, mit 20 Mutter zu werden
Hier ein Artikel über das Schwangerwerden in jungen Jahren. Dass dies, trotz aller Vorbehalte unserer Gesellschaft, gut gemanagt werden kann, zeigt dieser Artikel. Allerdings brauchen gerade junge Mütter ganz besonders unsere Unterstützung!
„Vorsicht, Noah!“ Franziska, 23 (Bild oben), steht in der Küche ihrer kleinen Wohnung in Grunern, einem Dorf in der Nähe von Staufen, und versucht den Elan ihres zweijährigen Sohnes beim Abwasch zu bremsen. Noah steht auf einem Stuhl an der Spüle und möchte am liebsten Teller, Tassen und Gläser gleichzeitig mit dem Schwamm bearbeiten. Franziska stellt sich hinter ihn, nimmt seine Hände und spült mit ihm gemeinsam einen Teller nach dem anderen. Kein Zweifel: die beiden sind ein eingespieltes Team.
Franziska ist alleinerziehend, aber von Unsicherheit oder Unzufriedenheit über ihre Situation ist nichts zu spüren, wenn man sie zusammen mit ihrem Sohn sieht. „Als ich schwanger geworden bin, fühlte mich selbst noch als Kind und eigentlich noch nicht reif genug, um Mutter zu werden.“ Zur heutigen Gelassenheit war es ein langer Weg.
Als Franziska bemerkt, dass sie schwanger ist, ist sie zwanzig. Sie hat gerade eine Ausbildung an einer hauswirtschaftlichen Schule in Hessen begonnen, ist noch keine drei Monate mit ihrem damaligen Partner zusammen, die Beziehung ist nicht gefestigt. Und jetzt ein Baby?
"Für mich ist eine Welt zusammengebrochen“, sagt Franziska. Sie fühlt sich zu jung und denkt darüber nach, die Schwangerschaft abzubrechen. Als sie bei einer Ultraschalluntersuchung den Herzschlag des zu dem Zeitpunkt gerade einmal 1,5 cm großen Fötus sieht, stellen sich bei Franziska nicht sofort Muttergefühle ein. Im Gegenteil: sie fühlt sich hilflos und hat Angst.
Ein Kind verändert doch alles. Was wird aus ihrem Leben? Banale Dinge erscheinen plötzlich besonders wichtig. Erst vor wenigen Wochen ist Franziska last-minute mit einer Freundin in Urlaub gefahren. Wird so etwas noch einmal möglich sein? Kurz vor der zwölften Schwangerschaftswoche, dem Ende der Frist, während der ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland straffrei möglich ist, nimmt sie eine Schwangerenkonfliktberatun<wbr></wbr>g bei Pro Familia in Anspruch.
Aber Franziska entschließt sich, das Kind zu bekommen: „Warum Leben zerstören, wo Leben wachsen will?“ Heute sagt sie über ihre damaligen Sorgen: „Die waren völliger Quatsch!“, trotzdem ist sie überzeugt, dass es damals richtig war, sich diese Gedanken zu machen. Trotz der Entscheidung für das Kind, empfindet Franziska in den ersten Monaten der Schwangerschaft Abneigung ihm gegenüber. Erst als sie die ersten Bewegungen des Kindes spürt, nimmt dieses Gefühl ab. Zusammen mit dem Vater trifft sie Vorbereitungen, sie zieht mit ihm in eine gemeinsame Wohnung in ihrer alten Heimat. Kurz vor der Geburt, im achten Monat, gelingt es ihr, eine Bindung zum Baby aufzubauen. Franziska ist bereit, Mutter zu werden.
In einer Dezembernacht bringt sie Noah zur Welt. Und Noah verändert alles. Wenn auch nicht so, wie befürchtet. „Meine Ängste vor Noahs Geburt waren unberechtigt“, sagt Franziska heute. Ihr Leben ist durchgeplanter als das einer durchschnittlichen 23-Jährigen, aber immer noch das Leben einer 23-Jährigen. „Man verpasst nichts“, sagt sie „ich kann mich trotzdem noch mit Freunden treffen.“ Von Noahs Vater hat sie sich kurz nach der Geburt getrennt, mittlerweile hat Franziska eine Ausbildung als Raumausstatterin begonnen. Zwar wünscht sie sich manchmal ihre alte Flexibilität zurück, die ihr vor allem als Alleinerziehende verloren gegangen ist, aber mit der Hilfe von Freunden und Familien meistert sie ihren Alltag und sie hat gelernt, diese Hilfe auch annehmen zu können.
Heute, beim Spülen mit dem übereifrigen Noah kann Franziska optimistisch in ihre Zukunft blicken. „Das Kind wächst, da wächst man mit“, sagt sie gelassen, während sie Noah die Hände abtrocknet.
Bis Sandra (Bild unten) und ihre Tochter Paula gemeinsam an der Spüle stehen, dauert es noch eine Weile. Vor einem halben Jahr ist Sandra Mutter geworden. Wie bei Franziska war auch ihre Schwangerschaft ungeplant und auch Sandra wurde durch die Aussicht, mit zwanzig Mutter zu werden aus der Bahn geworfen. Auch ihr merkt man heute nicht an, wie unruhig ihr Weg zum Muttersein war, wenn sie Paula in der neu eingerichteten Küche in Haslach routiniert das Fläschchen gibt. „Ich wusste zuerst überhaupt nicht, was ich machen sollte, als ich zu Beginn meiner Ausbildung zur Medienassistentin schwanger wurde", sagt sie. Heute ist sie überzeugt davon, dass sie damals die richtige Entscheidung getroffen hat, als sie sich für das Baby und gegen einen Schwangerschaftsabbruch entschieden hat.
„Es war nicht einfach für mich, eine Entscheidung zu treffen, denn ich bin gerne viel und lange ausgegangen“, sagt Sandra. Auch Alex, Paulas Vater und mittlerweile Sandras Ehemann, mit dem sie vor der Schwangerschaft mehr als zwei Jahre zusammen war, sieht die damalige Situation kritisch. „Ich war nicht immer mit Sandras Lebenswandel einverstanden“ erklärt Alex, während er Paula im Arm wiegt. „Ich war mir zuerst nicht sicher, ob sie bereit wäre, so viel Verantwortung zu übernehmen.“
Dass sie ihr unbeschwertes Partyleben für ihre Tochter aufgeben musste, kann Sandra heute locker nehmen. „Doch manchmal vermisse ich die Freiheit, die ich früher hatte“, gibt sie zu. Seit Paula da ist, ist das Feiern weniger geworden. Meistens sind Sandra und Alex jetzt abends zuhause in der gemeinsamen Wohnung, die sie schon während der Schwangerschaft bezogen haben. Manchmal passen Sandras Eltern auf Paula auf, dann genießen die beiden die Zeit zu zweit, die seltener geworden ist.
Trotz des Trubels während der Schwangerschaft, hat der 28-jährige Alex es geschafft kurz vor Paulas Geburt sein Studium der Elektrotechnik abzuschließen und hat eine Vollzeitstelle gefunden und kann den Unterhalt der Familie sichern. Auch Sandra hat Pläne: „Ich mache über eine Fernschule mein Abitur und möchte später, wenn Paula in den Kindergarten kommt, Biologie studieren.“, erzählt sie und legt die schlafende Paula in ihren Stubenwagen.






